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By me., on August 17th, 2010
Hier ein Hinweis auf ein vielleicht ganz interessantes Symposium rund um die rechtlichen Rahmenbedingungen von Filmproduktion, -distribution und -rezeption, das am 9./10.9.2010 in Berlin steigen wird. Das Programm richtet sich zwar in erster Linie an ein ‘juristisch unbedarftes Fachpublikum’ (Filmwissenschaftler, Archivare, Filmmacher und Kinobetreiber), soll aber auch “Vertreter der Netz-Community und junge Nutzer” ansprechen.
Hier ein Auszug aus der Einladung von iRights.info:
“Das Vorgehen der OpSec Security GmbH gegen die Filmemacher Mario Sixtus und Alexander Lehmann zeigt aktuell einmal mehr, welchen Gefahren die Freiheit ausgesetzt ist, Filme zu machen und sie zu veröffentlichen. Schon immer verschwanden Spielfilme im Giftschrank, weil sie – vermeintlich oder tatsächlich – gegen Gesetze verstoßen Dokumentationen wurden erst gar nicht gedreht, weil das Justiziariat sagt, man könne die zu erwartenden Klagen nicht durchstehen. Zugleich: Filme, die nach geltendem Recht verboten sind, können weltweit angeschaut werden – drei Aspekte des selben Themas. Das Symposium ‘Verbotene Filme’ wird sich mit der Frage auseinandersetzen, wie das Rechts beschränkt, welche Filme hergestellt, gezeigt und angeschaut werden können.
Gemeinsam mit der Deutschen Kinemathek veranstaltet iRights.info dieses zweitägige Symposium in Berlin. Es richtet sich nicht nur an Juristen, sondern an Filmemacher, Mashup-Interessierte, Filmwissenschaftler, Museums- und Archivmitarbeiter und Kinobetreiber – entsprechend der Idee von iRights.info, urheberrechtliche Themen und ihre Relevanz im Alltag juristischen Laien verständlich zu machen.
Filme werden nicht gezeigt – oder erst gar nicht gedreht
Die Bedeutung der juristischen Beschränkungen ist groß, nicht nur für die Filmemacher selbst, sondern auch für die Öffentlichkeit – Zuschauer, Archive, Mediatheken und andere Kultureinrichtungen. Etliche Filme können gar nicht oder nur unter Auflagen gezeigt werden. Manche Filme werden nicht (öffentlich) gezeigt, obwohl sie nicht verboten sind, weil Kinobetreiber Angst vor juristischen Auseinandersetzungen haben. Andere werden gar nicht erst gedreht, weil es schon bei der Produktion Angst vor rechtlichen Komplikationen gibt.
Nicht zuletzt werden Filme diskutiert und gezeigt, die es eigentlich nicht geben dürfte: Remixes, Mashups und Collagen, die aus vorgefundenem Material zusammen gesetzt sind und meist über das Internet gezeigt werden. Nach geltendem Urheberrecht ist dies fast immer verboten, ohne die Rechte zu klären und Lizenzen zu erwerben. Dennoch blüht eine vitale Subkultur, die im Internet ihre Filme miteinander teilt. Die dort entstehenden Filme erhalten auf Festivals Preise und werden von Kritikern gelobt. Die Diskrepanz zwischen künstlerischer Anerkennung und rechtlicher Ächtung von Mashup-Kultur ist groß. Wie gehen die Macher von Remixen damit um und wie reagierten die „Geremixten“?”
Eine wirklich lesenswerte ausführlichere Erörterung des Programms findet sich hier. (Edit: Link fixed)
Hier das detaillierte Programm:
DONNERSTAG, 9. SEPTEMBER 2010
Ab 9.30 Akkreditierung
EINFÜHRUNG
10.00 Begrüßung & Eröffnung
Dr. Rainer Rother (Künstlerischer Direktor der Deutschen Kinemathek)
Dr. Paul Klimpel (Verwaltungsdirektor der Deutschen Kinemathek)
10.30 Was ein Filmemacher alles tun muss, um einen Film rechtlich abzusichern
Hannes Stöhr (Regisseur, Drehbuchautor und Produzent)
10.50 Im Bann des Rechtes. Rechtliche Hintergründe des Verbotes von Filmen
Christlieb Klages (Rechtsanwalt der Hertin Anwaltssozietät und Dozent an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin)
11.20 Rechtliche Restriktionen in China
Peiqi Han (Dozentin, Ostasiatisches Institut, Universität Leipzig)
11.40 Leaping the legal hurdles in the U.S.
Michael C. Donaldson (Rechtsanwalt und Autor, Donaldson & Callif Law Firm, Los Angeles)
FILME, DIE NICHT GEZEIGT WERDEN
13.00 Vom ”Reich der Sinne” ins Visier der Staatsanwaltschaft
Ulrich Gregor (Filmhistoriker und Mitbegründer der Freunde der Deutschen Kinemathek e. V.)
13.30 Rechtliche Bewertung
Christlieb Klages
13.40 Diskussion
14.00 BERUF NEONAZI (D 1993) – Ein verbotener Film?
Winfried Bonengel (Regisseur und Autor)
14.30 Rechtliche Bewertung
Christlieb Klages
14.40 Diskussion
15.20 HITLERS HITPARADE (D 2003) – über die Fallstricke der Rechteklärung
C. Cay Wesnigk (Produzent des Films; Regisseur und Autor)
15.40 PAUL IS DEAD (D 2000) – ein Film nur für das Fernsehen?
Hendrik Handloegten (Regisseur)
16.00 Was im Fernsehen Recht ist, muss das auch dem Kino billig sein?
Podiumsdiskussion mit
Dr. Mareile Büscher (Rechtsanwältin, Raue LLP)
Hendrik Handloegten
C. Cay Wesnigk
Moderation: Uwe Kammann (Direktor des Adolf-Grimme-Instituts)
17.00 Verwaiste Werke – nicht nur ein Problem der Archive.
Die Vorschläge des öffentlichrechtlichen Rundfunks
Peter Weber (Stellvertretender Justiziar, ZDF)
Kino Arsenal, 2. UG
18.00 Filmvorführung für Teilnehmer des Symposiums
BERUF NEONAZI
D 1993 Regie: Winfried Bonengel
19.30 Kurzfilmprogramm MASHUP-ROLLE
kuratiert von Ilja Braun und Valie Djordjevic, iRights.info
Ab 21.00 Filmkunst trifft Netzkunst
Abendveranstaltung mit Mashups und Remixes
in der HomeBase Lounge
FREITAG, 10. SEPTEMBER 2010
Veranstaltungsraum, 4. OG
FILME, DIE NICHT GEMACHT WERDEN
10.00 Die Schere im Kopf
Prof. Dr. Peter Raue (Rechtsanwalt, Raue LLP)
10.20 Untold stories
Michael C. Donaldson
10.40 Diskussion
FILME , DIE ES NICHT GEBEN DÜRFTE
11.30 Neue Wege, neue Filme – das Internet als Verbreitungsmedium
von rechtlich problematischen Bewegtbildern
Dr. Till Kreutzer (Rechtsanwalt und Autor, iRights.info)
13.30 Das Internet als Kunstmaschine: Bedingt eine neue Technik eine neue Ästhetik?
Podiumsdiskussion mit
Susanne Gerber (Künstlerin)
Kathrin Becker (Kuratorin und Leiterin des Video-Forums des Neuen Berliner Kunstvereins)
Stefan Eckel (Medienarchäologe und Videokünstler, reproducts.de)
Moderation: Valie Djordjevic
15.00 Arts and politics: Is there a political edge to remix and mashup culture? Podiumsdiskussion mit
Johan Söderberg (Editor, director and audiovisual designer)
Elisa Kreisinger (Video remix artist and pop culture pirate)
Peter Conheim (Negativland, Collage and appropriation artist)
Moderation: Ilja Braun (Filmwissenschaftler und Publizist)
Weiteres zu Programm, Anmeldung und Veranstaltungsorten hier.
Bevor ich’s vergesse: Eintritt ist frei, aber es wird um Anmeldung bis 30.08. gebeten.
By me., on August 11th, 2010
Ihr mögt vielleicht der Auffassung sein, dass es sich hier um ein etwas abwegiges Jubiläum handelt, aber es ist mir doch eine Erwähnung wert – nicht zuletzt, da mir scheint, dass im Zuge der Kampagne gegen ‘Homophobie in der Dancehall’ manchmal durch scheinbar besonders radikale bzw. an die Wurzel gehende Behauptungen nicht nur zweifelhafte Sachen verbraten werden, sondern auch historische Bündnisse im nachhinein ausradiert und zukünftige Brückenschläge erschwert werden. Doch dazu ein andermal mehr, hier gilt es nur noch schnell vor Mitternacht anzuzeigen:
Heute vor 30 Jahren erschien in England “1965-1980″, das, wenn wir von der mir eigentlich noch viel besser gefallenden Dub-Version mal absehen, erste und einzige reguläre Album von Basement 5, der, wenn man der Musikhistorie glauben kann, einzigen “Black British Punk Band” der späten 70er und frühen 80er Jahre – mit Songs zu den Themen, die damals rockten: Thatcher, Arbeitslosigkeit, Nato-Doppelbeschluss, Rassismus, Armut usw.
Hier ein selbstgebastelter Videoclip zu “Riot” mit Schnipseln von 68er-Demos zum Grosvenor Place, d.h. der amerikanischen Botschaft, die, so könnte man einwenden, leider davon ablenken, dass es sich hier doch eigentlich um einen Soundtrack zu den Revolten der 80er Jahre handelt:
“1965-1980″ ist in den frühen 90ern zusammen mit “In Dub” auf CD wiederveröffentlicht worden und als solches auch schon lange OOP, aber auf Youtube findet ihr Sachen wie “Immigration Dub” usw. problemlos und in den Weiten des Internet noch viel mehr …
By me., on August 11th, 2010
Interessant für Leute, die sich für den Komplex “Prostitution/Sexarbeit” interessieren. L’Homme. Europäische Zeitschrift für feministische Geschichtswissenschaft” hat gerade ein Schwerpunktheft zum Thema ‘Prostitution’ herausgebracht.
Hier ein Blick ins Inhaltsverzeichnis:
Beiträge
Katja Sabisch
Die Prostituierte im 19. Jahrhundert. Zur Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache
Petra de Vries
From Slave to Sex Worker. Feminist Debates and Prostitution Politics in the Netherlands, 1880–2000
Martin Lücke
Hierarchien der Unzucht. Regime männlicher und weiblicher Prostitution in Kaiserreich und Weimarer Republik
Insa Eschebach
Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern. Geschichte, Deutungen und Repräsentationen
Aktuelles und Kommentare
Faika A. El-Nagashi
“Weder Schuldige, noch Opfer”. Ermächtigungsstrategien im Kontext von Migration und Sexarbeit
Regina Mühlhäuser und Gaby Zipfel
Forschungsverbund “Sexuelle Gewalt in bewaffneten Konflikten”
…
Rezension zum Themenschwerpunkt
Tobias Krüger
Martin Lücke, Männlichkeit in Unordnung. Homosexualität und männliche Prostitution in Kaiserreich und Weimarer Republik
Besonders interessant erscheint an dieser Stelle der Aufsatz über die Niederlande. Hier das englische Abstract:
Petra de Vries, From Slave to Sex Worker. Feminist Debates and Prostitution Politics in the Netherlands, 1880–2000
“The so-called second wave feminist has witnessed the rise of a prostitute’s rights campaign that advocated sexual autonomy and human rights for ‘sex workers’. Defining prostitution as ‘labour’, their advocates broke away from the discourse of nineteenth century feminists who were engaged in a European-wide struggle against the regulation of prostitution by the state and the disciplinary and notorious activities of a morality police. This article investigates the different feminist debates through an historical analysis of prostitution politics in the Netherlands in the 19th and 20th century. Religious and secular feminists shared a common vision of prostitution as being a form of sexual ‘slavery’, their ideological difference notwithstanding. In particular the contradictory relationship between feminists and their ‘fallen sisters’ is discussed. It is also shown how the discourse about prostitution and women’s rights contributed to the prohibition of brothel-keeping in 1911 and how this very prohibition of the bordello has been repealed in turn in the year 2000 with the support of second wave feminists.”
Da cinepolitics ein filmlastiger Blog sein soll, abschließend kurz der Hinweis, dass sich die Verschiebung feministischer Positionen ausgehend vom niederländischen Fall sehr spannend anhand zweier Filme aus den 80er Jahren nachvollziehen und diskutieren lässt:
Marleen Gorris: Gebroken Spiegels / Die gekaufte Frau (Niederlande 1984)
Lizzy Borden: Working Girls (USA 1986)
Beide Filme fokussieren auf Arbeit und Arbeitsalltag in Bordellen. Doch während sich Marleen Gorris v.a. auf die Beschreibung von Ausbeutung und Erniedrigung der Frauen durch pronociert negativ gezeichnete “Freier” konzentriert, setzt Borden, die ihren Film in Zusammenarbeit mit Aktivistinnen der amerikanischen Sexarbeiterinnen-Organisation “Coyote” produzierte, eher die recht unspektakuläre Alltäglichkeit und Banalität der Arbeitsverhältnisse ins Bild. Beide Filme sind spannend und lassen sich mit großem Gewinn auch hintereinander schauen.
“Gebroken Spiegels” liegt auf einer minderwertigen deutschen DVD vor, die leider nur die Synchronfassung bietet. “Working Girls” liegt ebenfalls nur auf einer eher etwas schwachen US-DVD (R1 only) von First Run vor, enthält keine Untertitel und setzt daher leider ziemlich gute Englischkenntnisse vor – wobei, ‘Working Girls’ ist als Originalfassung einfacher verständlich als Bordens hierzulande bekanntere Produktion “Born In Flames”.
Abhilfe bietet da vielleicht das BFI, das, wie schon mal erwähnt, Mitte September 2010 Tony Garnetts Sex-Work-Kampagnenfilm ‘Prostitute’ aus dem Jahr 1980 auf DVD/Bluray-Combo mit englischen Untertiteln herausbringen wird.
Lit.: Russell Campbell: Marked Women. Prostitutes and Prostitution in the Cinema. 2006. (MW ist etwas überdimensioniert, aber enthält ein lesbares Kapitel zu den Filmen von Borden und Garnett)
By me., on August 10th, 2010
Hier ein Hinweis auf eine Ausstellung mitsamt unmittelbar bevorstehender Vernissage sowie ein Abendseminar zum Thema “Punk & Stadtteilarbeit in Jakarta”.
1) Ausstellung: “JAK ART A” , 12.-27.08.2010
Hier der Einfachkeit halber schnell die (leicht modifizierte) Presseerklärung:
“Indonesische Punk- und Subkultur in der ACUDgalerie
Auf Einladung des Vereins Grenzenlos e.V. und in Zusammenarbeit mit RAWART zeigen vier Mitglieder des Künstlerkollektives TARINGBABI einen Blick auf ihr Leben zwischen Punk, Musik, Szene, Kunst und Überleben. Bis zum 27. August 2010 können sich die Besucher in der ACUDgalerie ihr eigenes Bild über die junge indonesische Punk- und Subkultur machen. Mit einem Konzert von Marjinal, unplugged Punk from Indonesia, wird die Ausstellung am 12. August um 20 Uhr in der ACUDgalerie im Rahmen einer Vernissage eröffnet.
Das Künstlerkollektiv TARINGBABI wurde 19997/1998 während des Sturzes des autoritären Suhartoregimes in der indonesischen Hauptstadt Jakarta gegründet. Als politische Aktionskünstler haben die Mitglieder des Kollektives die Inhalte des Protestes durch Kunst und Musik ausgedrückt.
Als zentrales Element ihrer künstlerischen Arbeit greifen die Mitglieder bis heute auf die Holzschnitttechnik zurück. In der Kombination von Siebdruck und Holzschnitt entwickelte die Künstler in der Gestaltung und Produktion von selbst gedruckten Punk-T-Shirts eine eigene, markante Handschrift. Neben der T-Shirt-Kunst überträgt das Künstlerkollektiv ihre eigene Interpretation der Punk-Ästhetik auf die Leinwand. Mithilfe der Kombination aus Siebdruck, Holzschnitt und Malerei bearbeiten sie damit aktuelle gesellschaftspolitische Themen. TARINGBABI versteht die Kunst als das Kommunikationsmittel, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen. In ihrer Heimat führen die Mitglieder des Kollektivs regelmäßige Holzschnitt- oder Siebdruck-Workshops mit Kindern aus der Nachbarschaft oder auf Konzerten und Aktionen der Punkszene durch.
Vier Mitglieder von TARINGBABI zeigen während ihres Berlinbesuches vom 12. August bis zum 27. August 2010 einen Querschnitt ihrer Arbeiten in den letzten Jahren. Während der Vernissage am 12. August ab 20.00 Uhr können sich die Besucher außerdem auf ein Konzert von Marjinal, unplugged Punk from Indonesia, freuen.
…
JAK-ART-A
Ausstellung des Punk-Kollektivs TARINGBABI
12. August 2010 bis 27. August 2010
ACUDgalerie im Hof des Kunsthaus ACUD
Veteranenstraße 21, 10119 Berlin
Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag von 15.00 Uhr bis 22.00 Uhr “
Die Eröffnung mit kleinem Konzert findet, wie ihr sicher gesehen habt, am 12.08. um 20 Uhr statt. Die Kollegen sind schon seit ein paar Tagen in Berlin und ich habe sie schon spielen hören. Ich denke, das könnte ganz nett werden …
2) “Von Kommunikationspunk und Nachbarschaftsaktivismus – Erfahrungen des Kollektivs “Taringbabi” aus Jakarta, Indonesien”
Abendseminar am 20.08.2010, 19.30-22.00
Ort: Soupanova, Stargarder Str. 24
“Aus Indonesien lernen?! Durch Bild- und Videobeispiele vermitteln vier Kollektivmitglieder Einblicke in ihre politische Praxis. Im Kontext der Proteste gegen das autoritäre Suharto-Regime 1997/1998 gegründet, vertreten Taringbabi ihren Ansatz des ‘Kommunikationspunks’: Musik und Kunst einzusetzen, um ihre kritischen Inhalte gesellschaftlich zu vermitteln. Als Wohnprojekt berichten sie zudem von ihren Erfahrungen kiezbezogener (Alltags-)Politik und ihrem engen Verhältnis zur Nachbarschaft.
Im Anschluss an die Veranstaltung:
Konzert von Marjinal, Akkustikpunk aus Jakarta, Indonesien”
Teilnahme frei. Anmeldung erwünscht, aber nicht unbedingt nötig unter: global@bildungswerk-boell.de
Auf Youtube steht übrigens “Marjinal da taring babi”, ein 36-minütiges, leider nur englisch untertiteltes Porträt der Gruppe:
Und hier steht der Film auch in wesentlich besserer Qualität als Download für Screenings zur Verfügung. Ich würde das ja gerne hier schon einbinden, aber ich habe offensichtlich vergessen, wie das geht …
By me., on Juli 8th, 2010
Grrr … der Kapitalismus scheint nun wirklich sein Endstadium erreicht zu haben … Nicht nur ist es nicht möglich, ein DPRK-Trikot zu shoppen, nein, es ist momentan auch irgendwie nicht möglich, einen neuen Computer zusammenzubauen. Bestellte Einzelteile kommen nicht, und wenn mal was kommt, dann ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit defekt …
Ergo ruht der Blog wohl noch ein Weilchen …
By me., on Juni 21st, 2010
Mal schauen, wie viel Zeit und Mühe es kostet und ob es überhaupt Sinn macht, so ‘ne Art regelmäßige Kino/Aktivismus-Hinweis-Rubrik für Berlin in Wochenüberblicksform einzurichten. … Hier mal ein erster Versuch für die kommende Woche:
Unangefochtenes Highlight dieser Woche ist von hier aus gesehen frag- und konkurrenzlos die, ich wiederhole mich gern, hübsche Filmreihe Spuren eines Dritten Kinos im Berliner Zeughauskino. In der mehr oder minder letzten Woche der Reihe geht es zur letzten Station, nämlich zum aktuellen chinesischen Dokumentarfilm. Zu sehen gibt es an insgesamt 4 Abenden erstens Filme von Wang Bing (25.6., 27.6.), zweitens Filme, die im Rahmen des ‘China Village Documentary Projects’ entstanden (26.6.), und drittens Cong Fengs “Dr. Ma’s Country Clinic” (29.6.). Wang Bings neunstündige Dokumentarfilm-Trilogie “Tie Xi Qu/West of the Tracks” über die sozioökonomischen Umbrüche in der schwerindustriell geprägten nordchinesischen Region Tiexi, die bereits vor einigen Jahren auf der Globale gezeigt wurde, liegt von diesen Filmen als einzige mit französischen oder englischen Untertiteln auf DVD vor (die englisch untertitelte Version wird gerade in der AGB eingearbeitet). Die anderen Filme sind momentan nicht so einfach zugänglich – es scheint auch nicht mehr möglich zu sein, einen neuen Account beim “China Independent Documentary Film Archive” zu generieren. Einziger Wermutstropfen: Wangs Kurzfilm “Brutality Factor” wird wohl trotz aller Ankündigungen nur in Originalversion ohne Untertiteln laufen …
Zweiter Tipp der Woche: Aysun Bademsoy stellt am Donnerstag (24.6.) um 19 Uhr in der Neuköllner Werkstatt der Kulturen mit ihren beiden Dokumentarfilmen “Mädchen am Ball” (1995, 45 min.) und “Ich gehe jetzt rein” (2008, 73 min.) den ersten und den dritten Teil ihrer Langzeitdokumentation über die Lebenswege von fünf in Deutschland lebenden Türkinnen vor. Hier die Filmbeschreibungen aus der Einladung:
““Mädchen am Ball” dokumentiert die damals einzige türkische Damenfußball-Mannschaft Europas. Die Mädchen vom “BSC-Agrispor” sind zwischen 16 und 18 Jahre alt und in Berlin-Kreuzberg zu Hause. Der Film zeigt die jungen Frauen beim Training und bei Auswärtsspielen, zu Hause mit ihren Familien und an ihren Lehr- und Arbeitsstellen. Türkinnen und Fußball – das scheint eine ungewöhnliche Kombination zu sein. Doch porträtiert wird einerseits eine ganz normale Fußball-Mannschaft, die um den Aufstieg in die Verbandsliga kämpft, andererseits aber auch eine eigenartige Mädchenclique, die sich zwischen Tradition und Selbstbestimmung, zwischen Vorurteilen und Widerständen bewegt.
“Ich gehe jetzt rein” ist der dritte Teil des dokumentarischen Langzeitprojekts. Vor 13 Jahre hatte die Filmemacherin Aysun Bademsoy die Mädchen entdeckt und begonnen ihren Lebenszusammenhang, ihre Familiensituation, ihre Leidenschaft für den Fußball zu dokumentieren. Ihre Existenz als Türkinnen in Deutschland und ihr ungewöhnliches Hobby hatte aus den jungen Frauen eine Gemeinschaft geformt, die jetzt dabei ist zu zerfallen. Zu sehr sind ihre Leben auseinandergedriftet, härter geworden, aber jede der Frauen zeugt auf ihre Art von einem wundervollen Widerstandsgeist, einem vielleicht ein wenig gebrochenen Stolz. Wie die Filmemacherin von diesen Leben erzählt, hat etwas solidarisches und Achtungsvolles, eine Verbundenheit und manchmal etwas wunderbar Beschützendes.”
Der Eintritt ist übrigens frei.

Und der abschliessende dritte Hinweis, der nichts mit Filmen zu tun hat, ist sicher hier überflüssig: Am Samstag (26.6.) startet um 14 Uhr der Transgeniale CSD am Rathaus Neukölln …
Dammich, ich sehe gerade, ich habe die Linken Buchtage ganz vergessen. Und dann wäre da am 25./27.6. auch noch, wiewohl nicht ganz mein Ding, ‘Idee des Kommunismus. Philosophie und Kunst’. Was also tun?
By me., on Juni 20th, 2010
Jens Benicke: Über den Nationalismus der K-Gruppen In: jungle world 24 (2010)
Nicht, dass ich den Artikel irgendwie wirklich gut fände, aber es gibt ja auch praktisch keine gute Literatur zum Thema K-Gruppen. Diesen ebenso schematischen wie enttäuschenden Artikel hätte man in der Form auch problemlos vor 15 Jahren zusammenhauen können – über Nacht. Und das lässt befürchten, das Benickes Buch “Von Adorno zu Mao. Über die schlechte Aufhebung der antiautoritären Bewegung”, das eigentlich in diesen Tagen beim Freiburger Ca Ira-Verlag erscheinen müsste, auch nicht viel weiterführend sein könnte. Wir empfehlen daher vorerst weiterhin Michael Steffens zwar etwas altmodische, aber lesenswerte Dissertation “Geschichten vom Trüffelschwein. Politik und Organisation des Kommunistischen Bundes 1971 bis 1991″, die Assoziation A 2002 in Buchform veröffentlicht hat. Das Rote Antiquariat in Berlin hat – Tipp!!! – vielleicht noch ein paar Exemplare für 10 Euro. Das lohnt sich übrigens auch, wenn ihr was über die Früh- und Vorgeschichte der antideutschen Strömung lesen wollt …
Ekkehard Knörer: Und eine Kamera in die Hände Auf: Perlentaucher
Mail-Interview mit den KuratorInnen der gerade im Berliner Zeughauskino laufenden Reihe “Spuren eines Dritten Kinos”
Mark Sinker: British Cinema in the 70s In: Sight & Sound H.7 (2010)
Sinker gibt ein paar Einblicke in das Kino prä-thatcheristische Kino der späten 1960er und frühen 70er Jahre anläßlich der Retrospektive “After the Wave: Lost and Forgotten British Cinema 1967-1979″, die gerade im Rahmen des Edinburgh International Film Festival läuft. Klammer der Retrospektive ist wohl die (wenig überraschende) These, dass die Filmproduktion der Jahre zwischen den britischen New Wave- bzw. Kitchen Sink-Filmen a la Woodfall (Saturday Night and Sunday Morning, Loneliness of the Long_Distance Runner usw.) und dem Kino der Thatcher-Ära v.a. durch die Infragestellung der “British national identity” gekennzeichnet sei. Näher behandelt wird u.a. Horace Ovés Black Power-Film “Pressure”.
Und – vielleicht eher, weil der Transfer so toll aussieht als weil der Trailer so toll ist – der Trailer zu Barney Platt-Mills Mod/Suedehead/Skin-Film Bronco Bullfrog (1969), den das BFI voraussichtlich am 13.09.2010 in restaurierter Form im Rahmen der Flipside-Reihe als BluRay/DVD-Combo herausbringen wird – am gleichen Tag wie, und das ist der eigentliche Hammer, “Prostitute” (1980), einen Sex Worker-Kampagnen-Film, den Tony Garnett, bekannt als Produzent von Ken Loach-Filmen, mit Aktivistinnen von PROS erarbeitet hat.
By me., on Juni 19th, 2010
Leider habe ich ja alle Nollywood-Filme, die Rahmen der “Spuren des Dritten Kinos”-Reihe im Berliner Zeughauskino aufgeführt wurden, verpasst – im Fall von Mildred Okwos “30 Days” ärgert mich das auch sehr, da der Film nicht wie bspw. Saworoide noch auf 9jiatube einsehbar zu sein scheint.
Stattdessen habe ich aber in der Neuköllner ‘Werkstatt der Kulturen’ im Rahmen der von J. Enoka Ayemba veranstalteten Nollywood-Abende Jeta Amatas “The Amazing Grace” gesehen, einen Historienfilm, der zugleich die Geschichte des Sklavenhandels aus afrikanischer Perspektive zu erzählen und – stellvertretend für viele Kernelemente der sog. westlichen Kultur – die afrikanischen Ursprünge des berühmten christlichen Kirchenlieds “The Amazing Grace” zu Tage zu fördern sucht. Amata erzählt in seinem Film eine (fiktive?) Episode aus dem Leben von John Newton (1725-1807). Newton, wie viele Seeleute seiner Zeit zunächst für die Royal Navy zwangsrekrutiert, wechselte in den Sklavenhandel, arbeitete sich zum Kapitän von Sklavenschiffen empor, quittierte um die Jahrhundertmitte die Seefahrt dann aus gesundheitlichen Gründen, wurde zu einem wichtigen Funktionär der Church of England und reihte sich schließlich mit der Veröffentlichung von “Thoughts upon the Slave Trade” (1788), in der er u.a. die Zustände an Bord der Sklavenschiffe beschrieb, in die Reihen der abolitionistischen Bewegung ein. Amata wiederum beschreibt in seinem Film zunächst das (nicht-)alltägliche Leben und die Praxis der Sklavenjagd im Mündungsgebiet des Calabar im südöstlichen Nigeria und konzentriert sich dann im zweiten Teil ganz auf eine Art Erweckungsgeschichte, in deren Rahmen Newton schließlich anhand immer neuer nobler Handlungen der AfrikanerInnen dazu gezwungen wird, Kernbestände seiner rassistischen Annahmen über Bord zu werfen, einer schwarzen Frau seine Liebe zu erklären und schließlich sein bekanntestes Kirchenlied “Amazing Grace” (um 1779) auf Basis einer Efik-Melodie zu konstruieren.
Um nicht missverstanden zu werden: Der Film scheint mir sehr abwegig zu sein und die Charaktere, v.a. die beiden afrikanischen Helden, kommen mir reichlich schräge vor, aber vielleicht lässt sich der Film doch fruchtbar machen für die Diskussion der Thesen, die Marcus Rediker und Peter Linebaugh u.a. in “The many-headed Hydra” entwickelt haben. In Redikers aktueller Monographie The Slave Ship (2007) findet sich dementsprechend ein Kapitel zu John Newton (Chapter 6: John Newton and the Peaceful Kingdom).
Der Film scheint in den USA von einem Label namens Code Black Ent. auf DVD veröffentlicht worden zu sein. Inwiefern er in der BRD aber greifbar ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Hier der Trailer in Kurz- und Langfassung:
Abschließend noch kurz zwei weitere zum Thema passende Hinweise auf Presseartikel der letzten Woche:
Der New Yorker Filmwissenschaftler Manthia Diawara hat in der letzten Woche sein neues Buch über “Neues afrikanisches Kino” im Haus der Kulturen der Welt vorgestellt. Einen kurzer Bericht über Buch und Veranstaltung aus der taz findet sich hier. Vielleicht hilft das Buch ja bei der Interpretation und Bewertung von Filmen wie “Amazing Grace”, denn, Hand auf’s Herz, ohne Kenntnisse der lokalen Kontexte, aus denen diese Produkte hervorgegangen sind, bleiben Interpretation und Bewertung zweifelhaft. Es wäre daher schön, wenn Film und Buch demnächst zumindest in öffentlichen Bibliotheken zu finden wären …
Und abschließend sei erwähnt, dass die SZ anlässlich der Fußball-WM eine Bildstrecke zum Afrikabild im Film online gestellt hat.
Jeta Amata: The Amazing Grace” (Nigeria 2006, 100. min.)
By me., on Juni 18th, 2010
Ganz interessante Nachricht: Der Guardian vermeldet, dass die algerische Nationalmannschaft sich nach der Niederlage im Auftaktspiel gegen Slowenien für das heutige Spiel gegen England, in dem es letztlich darum gehen wird, die Chance auf den Einzug ins Viertelfinale zu wahren, im Kino vorbereitet hat. Die Mannschaft hat sich Gillo Pontecorvos Counter-Cinema-Klassiker “Battle of Algiers” (1966) angesehen, einen in Kooperation mit der FLN produzierten Meilenstein des antikolonialen bzw. antiimperialistischen Kinos, in dem der Unabhängigkeit der Bevölkerung Algiers und die brutale Repression seitens der französischen Kolonialmacht beschrieben werden.
“I had never seen it before. It was very moving, and it was very moving to spend the time together. This is the kind of thing we need to do to feel together”, wird der Mittelfeldspieler Hassan Yebda zitiert. Originell ist das nicht, haben doch, um einige prominente Beispiele zu bringen, bisher sowohl die IRA als auch die Black Panthers als auch – wenn auch mit ganz anderer Intention zu Zeiten des Irakkrieges – das Pentagon versucht, von Screenings des Films zu profitieren. Und was liegt näher, wenn man gegen eine ehemalige Kolonialmacht wie England spielt, als sich auf die Geschichte antikolonialer Kämpfe zu besinnen, um Motivation und Teamgeist zu heben? Aber erstaunlicherweise will dem Guardian das nicht recht einleuchten. Warum wohl?
Das gibt dann auch die Möglichkeit für zwei Hinweise:
Erstens gibt es eine herausragende amerikanische DVD-Edition von “Battle of Algiers”. Criterion Collection hat 2004 eine beispielhafte ‘historisch-kritische’ Edition mit 3 DVDs und Beiheft besorgt, die wahrscheinlich ganz wesentlich dazu beitrug, dass Criterion sich damals den Ruf erwarb, die eine der führenden DVD-Schmieden weltweit zu sein. Das Ding hat leider nur englische Untertitel und zum Abspielen wird ein regioncodefreier Player benötigt, aber wenn es einem/r vielleicht mal gebraucht oder so über den Weg läuft, es lohnt sich …
Und zweitens, aber das wurde ja hier und bei aufsmaulsuppe schon gesagt: Am morgigen Samstag (19.6., 21 Uhr) läuft im Berliner Zeughauskino Alain Tasmas “Nuit noire, 17 octobre 1961″ (2005), in dem Tasma eines der vergessenen Massaker aus der Ära des Kolonialismus in den Metropolen selbst beschreibt, nämlich den Angriff der Pariser Polizei auf eine von der FLN organisierte, illegalisierte antikoloniale Protestdemonstration algerischer MigrantInnen, der schätzungsweise 200 DemonstrantInnen das Leben kostete. Den Einführungsvortrag hält übrigens Christoph Kalter, der im Archiv für Sozialgeschichte 48 (2008) bereits zum Thema “Radikale Linke und Dekolonisation in Frankreich” publiziert hat.
Edit: Ich sehe gerade, die spielen schon. Der kicker titelt momentan: “England bemüht, Algerien sehr agil” …
By me., on Juni 16th, 2010
Neuen Computer zusammengeschraubt, wieder Pech … Grrr! Next!
Da bleibt nichts anderes übrig, als den Blog erstmal auf niedrigem Level weiterzuführen und auf zwei ganz spannende Abende zum Thema “(Kämpfe der) Migration” in Berlin hinzuweisen, als da wären:
1) Am (heutigen) Donnerstag, den 17.6., gibt es um 19.30 im Tristeza (Pannierstr. 5, Neukölln) unter dem Motto “no integration” eine vielleicht ganz interessante Veranstaltung zu den Untiefen der Migrations- bzw. Integrationsdebatte. Hier die Ankündigung:
“Ein Kopftuch am falschen Ort oder zu viele Sprachen auf dem Schulhof erhitzen schnell deutsche Gemüter: Rasch soll die Sache wieder in Ordnung gebracht werden und es hagelt Aufrufe zur Integration. Integrationsbeiräte, Integrationsprogramme, Integrationsbeauftragte, Integrationskurse, Integrationsverträge. Welches Konzept steckt hinter dem harmlos erscheinenden Begriff der Integration? In der Veranstaltung geht es um die Geschichte dieses Konzepts. Dabei spielt die vergessene Selbstorganisierung innerhalb der Betriebskämpfe und des Alltags von MigrantInnen in den 1960er/70er Jahren eine wesentliche Rolle. Der deutsche Staat reagierte damals mit Abschottung und ab Ende der 1970er Jahre mit dem Schlagwort der “Integration”. Der Begriff täuscht bis heute ein Angebot vor, welches Rassismus unsichtbar macht und gleichzeitig organisiert. Hinter ihm verbirgt sich eine systematische Politik der Ausgrenzung. Eine Vorstellung aktueller Kämpfe mit der Einladung teilzuhaben und mitzureden.
Referentinnen:
Manuela Bojadjijev war Gründungsmitglied von “Kanak Attak” und ist
Autorin des Buchs “Die windige Internationale – Rassismus und Kämpfe der Migration”.
Figen Izgin ist Mitbegründerin des migrantischen Vereins “Allmende
e.V.” und Teil der Plattform gegen Rassismus, die sich 2009 als
Reaktion auf die rassistischen Äußerungen von Sarrazin gegründet hat.”
Das hört sich doch ganz interessant an, oder?
2) Und am Freitag, den 18.6. gibt’s dann gleich einen passenden Filmabend dazu. Die wirklich hübsche Filmreihe “Spuren des Dritten Kinos. Postkoloniales Kino der Gegenwart” im Zeughauskino/DHM verlässt Nigeria und schreitet zur vierten Station, dem französisch-maghrebinischen Gegenwartskino. In diesem Rahmen gibt es neben Alain Tasmas sehenswerten, im Zeughauskino aber leider nur von DVD gezeigten “Nuit noire, 17 octobre 1961″, in dem die Geschichte antikolonialer Kämpfe bzw. die brutale Repression antikolonialer Kämpfe in den Metropolen, d.h. in diesem Fall in Paris verhandelt wird, eine kleine Retrospektive der Filme von Rabah Ameur-Zaimeche. Und an besagtem Freitag gibt es die ersten zwei Filme Ameur-Zaimeches, nämlich um 19.00 den Banlieue-Film “Wesh wesh, qu’est-ce qui se passe?” (2001, OmU) und um 21.00 den Algerien-Film “Bled number one” (2005, OmeU). Beide Filme werden mit kurzen Referaten eingeleitet, wobei angemerkt sei, dass “Wesh wesh …” zwar in untertitelter Form von arte ausgestrahlt wurde, aber bisher nicht regulär auf DVD mit englischen oder deutschen Unterititeln veröffentlicht wurde. Nähere Informationen zu den beiden Filmen entnehmt bitte dem Programm. Ein ganz spannendes Interview mit den vier Leuten, die die Reihe zusammengebasteltet haben, findet sich übrigens hier. So richtig spannend wird die Reihe übrigens in der kommenden Woche, wenn mit China die letzte Station angesteuert wird und es möglich wird, vermittels des neuen chinesischen Dokumentarfilms Einblicke in die rasante Transformation der, sagen wir mal, postkommunistischen chinesischen Gesellschaft und ihre Folgewirkungen zu bekommen.
Hier noch schnell der Trailer zu “Bled Number One”:
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