Leider haben wir hier keine Kontakte und wissen auch nichts näheres, aber offensichtlich sind die Studierenden an der Berliner ‘Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin’ (dffb) in Streik getreten.
Anlass sind Konflikte um die Nachfolge des im letzten Jahr zurückgetretenen Direktor Hartmut Bitomsky. Gegen den Willen der Studierenden und DozentInnen, die sich mehrheitlich für die bereits an der dffb lehrende Kamerafrau Sophie Maintigneux aussprachen, scheint der Berliner Senat den Regisseur Jan Schütte (*1957) als neuen Direktor installieren zu wollen. Der wird von den Studierenden jedoch überwiegend abgelehnt. Schütte, so verlautet aus den Reihen der Streikenden, sei ein “Vertreter hyperkoventionellen ‘Arthouse’-Mainstreams, eines ‘Kinos’, das sein ästhetisches Mittelmaß und seinen Konformismus hinter bildungsbürgerlicher Fassade zu kaschieren versucht”; als solches werde er, wie Ekkehard Knörer auf cargo befürchtet, voraussichtlich den “Weg der sozialdemokratisch inspirierten Verlangweiligung durch totales Mittelmaß” einschlagen und mit der dffb die “letzte noch halbwegs für ästhetisch anspruchsvolles Filmemachen offene Institution” ins Berlinale-Ödland führen. Mehr zu den Auseinandersetzungen findet ihr auf cargo.
Auf Youtube finden sich bereits drei erste Clips zum Streik. Ärgerlicherweise greifen die ProduzentInnen die “Lucky Strike”-Rhetorik des Studierendenstreiks 1997/98 wieder auf und produzieren damit Clips, die auch sehr gut als Zigarettenwerbung durchgehen könnten. HB hin, Hartmut Bitomsky her, hoffentlich bleibt uns wenigstens ein neuerlicher Versuch erspart, die Berliner FDP durch massenhafte Unterwanderung – diesmal aus den Reihen der Studierenden der dffb – zu übernehmen und zum Standbein des studentischen Widerstands gegen den – diesmal rosa/roten – Senat zu machen …
Hier die drei Clips:
Keine Ahnung, inwieweit es sich hier um eine Einzelinitiative handelt oder ob die mehr oder minder kollektiv erarbeitet wurden.
[...] Zwei Drittel der Studierenden haben sich daraufhin für einen Streik ausgesprochen. Erste Streik-Clips hat Cinepolitics [...]