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„Jus‘ Like a Vulcano in Yu Head“: King Tubby zum 70.

Eine zentrale Rolle in jeder ernstzunehmenden Geschichte gerade auch populärer Musikformen des 20. Jahrhunderts kann Osbourne Ruddock (1941-1989) niemand mehr verwehren können, betrieb der gelernte Elektrotechniker mit ‚Tubby’s Home Town Hi-Fi‘ doch nicht nur das um 1968/69 vielleicht populärste Soundsystem Jamaikas, sondern in den 70er Jahren im Haus seiner Mutter im umkämpften Kingstoner Armenviertel Waterhouse auch eines der bedeutendsten Tonstudios der Welt.

Hier setzte Ruddock, inzwischen unter seinem Künsternamen ‚King Tubby‘ bekannt, als Toningenieur neue Musiktechnologien wie Vierspurgeräte usw. entgegen der Intention ihrer Hersteller ein. Seit Beginn der 70er Jahre produzierte der Jazzliebhaber durch die Dekonstruktion, Fragmentierung, Radierung und Rekonfigurierung populärer Reggae-Songs Versions bzw. Remixe für Single-Rückseiten und Dances, die die ‚Originale‘ vielfach an Popularität übertrafen und schließlich in der Entwicklung von ‚Dub‘ als spezifischem, ‚Drum&Bass‘-zentriertem musikalischen Genre mündeten. 1973 war er als Toningenieur an der Produktion von Lee Perrys ‚Upsetters 14 Dub Blackboard Jungle‘ beteiligt, einem der frühesten und heute noch bedeutendsten eigenständigen Dub-Longplayer. Um 1975 waren Ruddocks (Re)Mixe so populär geworden, dass sie auf B-Seiten unter seinem eigenen Künstlernamen und in Form von Kompilationen und Longplayern veröffentlicht wurden, als dessen bedeutendster vielfach sein mit Augustus Pablo erarbeitetes Instrumentalalbum ‚King Tubby’s Meets Rockers Uptown‘ (1976) angesehen wird.

Besonders populär waren Tubbys Remixe in den britischen Jugendszenen der späten 1970er Jahre – nicht zuletzt durch Vermittlung von ‚Kulturschaffenden‘ wie Johnny Rotten, Paul Simonon oder Don Letts, der als DJ in der Londoner Punk-Hochburg ‚Roxy Club‘ im Winter 1976/77 angesichts des Mangels an erträglichen Singles auf Dub- und Reggae-Singles zurückgriff. Grundlage dafür bot wiederum u.a. die oft düstere oder militante Atmosphäre seiner Remixe. Durch die Verwendung von Polizeisirenen, quietschenden Autoreifen, gewehrfeuerartigen Soundeffekten etc. sowie durch die im Vergleich zum ’sphärisch-ausserirdischen‘ Sound der Perry’schen Texturen basslastigeren, schwereren Arrangements gelang es Tubby besonders gut, radikale oder apokalyptische Songs zu rekonfigurieren und quasi die gespannte Atmosphäre in der zwischen Gangs, Neoliberalen und Sozialisten umkämpften postkolonialen jamaikanischen Haupstadt und ihren Armenvierteln in Sounds zu transponieren.

King Tubby, der während eines Überfalls im Februar 1989 erschossen wurde, wäre heute 70 Jahre alt geworden. Wir ziehen den Hut und nutzen die Gelegenheit, ein paar besonders gelungene Beispiele radikaler bzw. apokalyptischer Remixe von Tubby aus den ‚Punky Reggae‘-Jahren 1976/77 einzubetten.

Hier ein erstes Beispiel, nämlich Johnny Clarkes Garvey-Song ‚Poor Marcus‘ und Tubbys im London der 70er Jahre populärer ‚Bag A Wire Dub‘-Remix (1976):

Johnny Clarke: They Never Love Poor Marcus

King Tubby- Remix: ‚Bag a Wire Dub‘
http://www.youtube.com/watch?v=URk8M0J2pXs


Lit.:
Lloyd Bradley: Bass Culture. When Reggae Was King. London 2000
Don Letts: Culture Clash. Dread Meets Punk Rockers. London 2007
Michael Veal: Dub. Soundscapes and Shattered Songs in Jamaican Reggae. Middletown 2007

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